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MIZ: neue Daten zu Studiengängen für Musikberufe

16.02.2017 09:56

Musikstudium in Deutschland weiterhin attraktiv

Die Nachfrage nach einem Musikstudium in Deutschland ist erneut gestiegen und hat im Wintersemester 2015/16 einen neuen Höchststand erreicht. Rund 33.500 Studierende waren an einer Musikausbildungsstätte in Deutschland immatrikuliert; über die Hälfte davon an einer der 24 staatlichen Musikhochschulen. Insgesamt stieg die Zahl der Studierenden im Vergleich zum Vorjahr um rund 1,5 Prozent. Das geht aus neuen Statistiken des Deutschen Musikinformationszentrums (MIZ) über Studierende, Studienanfänger, Absolventen und Lehrpersonal in den Studiengängen für Musikberufe hervor.

Vor dem Hintergrund aktueller kulturpolitischer und gesellschaftlicher Debatten wurde erstmals auch die Entwicklung des Anteils weiblicher Studierender ausführlich beleuchtet. Dargestellt wird auch die Entwicklung der Anzahl und Vergütung der Lehrbeauftragten.

Mit rund 9.000 Studierenden führen die Fächer Instrumental- und Orchestermusik die Beliebtheitsskala weiterhin mit Abstand an, gefolgt von Lehramtsstudiengängen für Musik an allgemeinbildenden Schulen und der Musikwissenschaft.

Deutliche Unterschiede innerhalb der einzelnen Studiengänge stellte das MIZ bei den Anteilen weiblicher Studierender fest: Sechs von insgesamt elf ausgewerteten Musikstudiengängen belegten zu weit mehr als 50 Prozent Studentinnen. Insgesamt lag ihr Anteil bei 54 Prozent und damit um sechs Prozentpunkte höher als im Durchschnitt aller Studienrichtungen.

Auch wenn der Frauenanteil in einigen Fächern, zum Beispiel Dirigieren, Komposition, Kirchenmusik sowie Jazz und Popularmusik, weiterhin unterrepräsentiert ist, sind in den letzten Jahren auch dort mehr Studentinnen immatrikuliert. Nur im Studiengang Tonmeister hat sich der Frauenanteil nach einem zwischenzeitlichen Anstieg erkennbar nach unten entwickelt.

Der Frauenanteil am Lehrpersonal der Musikstudiengänge steigt kontinuierlich. Lag er im Jahr 2000 noch bei rund 33 Prozent, so sind aktuell über 37 Prozent weiblich.

Erstmals beleuchtet das MIZ auch das Verhältnis zwischen haupt- und nebenberuflichem Hochschulpersonal. Demnach werden an Hochschulen immer mehr Lehrbeauftragte, Honorarprofessoren und Privatdozenten beschäftigt. Ihre Zahl ist seit der Jahrtausendwende von rund 5.000 kontinuierlich auf zuletzt über 6.500 Personen gestiegen. Verglichen mit dem hauptangestellten Personal liegt ihr Anteil aktuell bei 66 Prozent. Damit sind sie die Mehrheit der Lehrenden an deutschen Hochschulen. Aktuellen Umfrageergebnissen zufolge erteilen sie zwischen 40 und 60 Prozent des Unterrichts.

Die Berechnungen des MIZ basieren auf Angaben des Statistischen Bundesamts, das in seiner jährlichen Studierendenstatistik die Meldungen von Musikhochschulen und Universitäten, Pädagogischen Hochschulen, Kirchenmusikhochschulen und Fachhochschulen zusammenführt. Berücksichtigt hat das MIZ neben dem 1. Studienfach auch Studierende mit Musik als 2. und 3. Studienfach.


Die Statistiken können Sie hier abrufen.

Zusätzlich stellt das MIZ systematisch gegliederte Informationen zu sämtlichen Studienangeboten sowie zu Leitungsfunktionen und hauptberuflich tätigen Dozentinnen und Dozenten der einzelnen Musikausbildungsstätten und -institute zur Verfügung.



Über das MIZ
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Unter dem Dach des Deutschen Musikrats erfasst und dokumentiert das Deutsche Musikinformationszentrum (MIZ) Strukturen und Entwicklungen der Musikkultur. Das Spektrum reicht dabei von der musikalischen Bildung und Ausbildung über das Laienmusizieren, die Musikförderung und die professionelle Musikausübung bis zu den Medien und der Musikwirtschaft. Gefördert wird das MIZ durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, die Kulturstiftung der Länder, die Stadt Bonn sowie von privater Seite durch die GEMA und die GVL.

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